Verarbeitung von Flüssigkunststoff

Verarbeitung von Flüssigkunststoff bei weichen PVC-Artikeln 


PVC = Poly-vinyl-chlorid

Anwendungsbereiche:

  • Reparieren von LKW- und Anhängerplanen aus PVC
  • Schwimmbadfolien abdichten
  • Teichfolien reparieren
  • Faltboothaut reparieren, Kielstreifen nachbessern
  • Schlauchboothaut abdichten
  • Folienkanten fixieren
  • PVC-Schläuche nachbessern
  •  ......

Wie stelle ich fest, ob meine Plane aus PVC ist?

  • Angaben in der Artikelbeschreibung durchsehen
  • Materialien nach aufgedruckten Angaben absuchen
  • Hersteller anfragen
  • Beim sehr engen Falten (Knicken) der Plane entsteht ein Weißbruch, der auch nach dem Zurückbiegen des Materials erhalten bleibt. Diese Eigenschaft haben allerdings auch andere Kunststoffe und sind kein eindeutiger Indikator dafür, dass Ihr Material aus PVC besteht.
  • Test mit Aceton. An einer nicht sichtbaren sauberen Stelle mit einem mit Aceton getränkten Tuch über das Material reiben. Wenn ihre Plane aus PVC ist, wird durch das Aceton die Oberfläche angelöst und der farbige Abrieb wird in Ihrem Tuch sichtbar.

Voraussetzungen für die Verarbeitung von Flüssigkunststoff:

  • Für einen gut gelüfteten Arbeitsplatz sorgen!
  • Wenn vorhanden, Schutzbrille anziehen
  • Gummihandschuhe anziehen
  • Sicherheitshinweise beachten
  • Das zu reparierende Material je nach Möglichkeit flach auslegen, weil Sie die bearbeitenen Flächen nach dem Zusammenfügen, solange wie möglich zusammen pressen oder mit einem Gewicht beschweren sollten. Wenn das flache Auslegen nicht möglich ist, sollte der Flüssigkunststoff sehr fein aufgetragen werden, damit keine Tropfnasen entstehen.
  • Holzspachtel oder ähnliches zum Verstreichen bereitstellen
  • Ein kleiner Zahnstocher eignet sich gut, um einen Tropfen aus der Flasche zu entnehmen und an die Klebestelle zu bringen
  • Die Schadstelle können Sie mit Spiritus, Isopropanolalkohol, Reinigungsbenzin oder SABA Cleaner AV reinigen
  • Reiniger wie (Nitro-)Verdünnung, Petroleum und Aceton sind ungeeignet, weil sie teilweise die Materialien angreifen und die Oberflächen für eine Verklebung untauglich machen
  • Wenn es die Situation her gibt, können Sie mit dem Flüssigkunststoff eine Probeverklebung durchführen. Ablüftzeit, Optik und Haltbarkeit können so überprüft werden.

Die möglichen Anwendungsarten:

  • Materialauftrag:  Wenn Sie bei größeren Flächen neues Material auftragen möchten, können Sie direkt aus der Flasche den Flüssigkunststoff auf die schadhaften Stellen gießen und dann mit einem Holzspachtel verteilen.
  • Verbinden von zwei Planen:  Die Flüssigkeit wird mit einem Holzschachtel zwischen die beiden Planen gestrichen und sofort danach müssen die Planen fest aufeinander gedrückt und so lange wie möglich so gehalten werden. Ist der Flüssigkunststoff aufgetragen, muss es schnell gehen, da die Flüssigkeit keine offene Zeit hat. Das Lösungsmittel in der Kunststofflösung ist hoch flüchtig.
  • Kanten sichern:  Wenn Sie nach dem Verkleben noch lose Kanten vorfinden, können Sie diese mit dem Flüssigkunststoff sichern, indem Sie vorsichtig etwas mit einem flachen Spachtel unter die Klebestelle schieben. Dann die Kanten andrücken. Fertig.
  • Risse und Löcher abdichten:  Beim Abdichten von kleinen Rissen oder Löchern können Sie einfach etwas Flüssigkunststoff mit einem dünnen Holzspachtel vorsichtig auf die Schadstelle auftragen. Achten Sie darauf, dass kein Flüssigkunststoff durch die Schadstelle hindurchdringt. Es könnte passieren, dass im Inneren von Aufblaskörpern wie Schlauchboothäuten, Luftmatratzen, Seitenluftschläuchen u.v.m. eine unkontrollierte Verklebung mit anderen Flächen stattfindet. Größere Löcher werden mit einem Flicken an den Kanten verschlossen.

Worauf Sie achten sollten:

  • Bei Verarbeitung an feuchter Luft kann die Oberfläche der Klebestelle eine matte, milchige Oberflächenfarbe annehmen.
  • Die Klebestellen müssen fettfrei und trocken sein.
  • Arbeiten Sie schnell. Der Flüssigkunststoff hat so gut wie keine offene Zeit!
  • Die Lösungsmittel nicht einatmen! Sicherheitshinweise auf der Flasche beachten.

Nach der Anwendung:

  • Die reparierten Stellen sind belastbar, wenn die Lösungsmittel verdunstet sind. Je nach Materialauftragsdicke ist schon nach einigen Minuten eine sehr dünne Haut vorhanden. Nur bei Aufblasartikeln sollten sie einige Stunden einplanen. Wenn es sehr schnell gehen muss, empfehlen wir „TEAR AID“ Typ B für alle weichen PVC-Materialien.
  • Nach der Anwendung des Flüssigkunststoffs finden Sie im Bereich der Klebestellen reines PVC vor. Hierauf können Sie weitere Schichten auftragen oder Klebstoffe anwenden.
  • Die Flasche mit dem Flüssigkunststoff sollte sehr dicht verschraubt und verpackt werden, damit das Lösungsmittel nicht verdunstet.

Bei uns erhalten Sie alle Materialien wie Reinigungsmittel SABA Cleaner AV, SABA PVC-Kleber oder Flüssigkunststoff in verschiedenen Farben, verschiedene Reparatursets in sehr vielen Farben und PVC-Klarsichtfolien als Rollenware. Auf Wunsch legen wir Ihrer Bestellung gerne, je nach Verfügbarkeit, ein kleines Folienreststück bei.

Für Faltboot- und Schlauchbootfahrer haben wir ein kleines Reparaturset zusammengestellt, das alles für eine Reparatur auf der Reise mitbringt.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen in unseren Geschäftszeiten jederzeit zur Verfügung.

Sie erreichen uns unter Tel.: +49 - 221 - 42 36 17 99 oder unter kontakt@diekleinewerft.de

 

Alle hier aufgeführten Angaben und Tipps basieren auf Erfahrungswerten und sind ohne Gewähr.

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