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Der Fiat DUCATO L5H3 im Vollausbau - Die Idee, Vorüberlegung, Modelauswahl und Zulassung

05.04.2021 21:10

Der Fiat DUCATO L5H3 Campervan im Vollausbau - Ein neues Projekt bei „diekleinewerft“

Nach der Entwicklung und dem Bau zweier Faltboote liegt mal wieder was neues in unserem Trockendock. Ein Ducato ist es geworden. Das Projekt passt prima in diese Zeit, und wir schreiben hier unsere eigenen Erfahrungen und Lösungsansätze für euch auf. Auf Videos haben wir vorerstmal verzichtet, weil es hier schon wirklich einige gute gibt. Wir werden auf einzelne Themen mit Bilderserien näher eingehen weil manchmal in einem Video die interessanten Feinheiten zu schnell an einem vorbei gezogen sind.

Unsere Vorüberlegungen:

Vor einiger Zeit kam uns die Idee einen Campervan komplett selbst auszubauen. Viele unserer Kunden haben wir in den vergangen Jahren mit Material und Rat versorgt. Also warum nicht selber mal einen Ausbauen.

Die Ausgangslage war das der Campervan 365 Tage im Jahr bewohnt werden kann, und alles an Bord ist, was hierfür benötigt wird.

Nach einigen Recherchen entschieden wir uns für einen Fiat Ducato X250 mit 150PS in der L5 H3 Variante. L5 weil wir einiges im Van unterbringen möchten und H3 weil die nackte Innenhöhe von 219cm schnell ausgereizt ist. Hierauf gehen wir dann in den einzelnen Beiträgen ein.

Unsere Vorgaben und Wünsche:

  1. Voll isoliert für Temperaturen bis -20°C
  2. 4 Jahreszeitenkompatibel
  3. Dauerbewohnbar
  4. Schlafplätze für 2 Personen
  5. Querschlafmöglichkeit gegeben
  6. Aufenthaltsmöglichkeiten für 3 Personen
  7. Dusche und Toilette
  8. Not / Kinderbett im Fahrerraum
  9. Autonom für einige Tage ohne Landstrom
  10. Wasser für einige Tage
  11. Redundante Dieselheizung
  12. Zusätzlicher Öl oder Holzofen
  13. Belüftungkonzept
  14. Warmwassererzeugung
  15. Alles was benötigt wird ist vorhanden. Es wird nichts ausgeklappt oder für die Nacht umgebaut.
  16. Genügend Fenster für gute Belüftung.
  17. Lichtdurchfluteter Raum
  18. Ein PC Arbeitsplatz
  19. Solarpanele mit LiPO Akkus
  20. Gaskochfeld und Spülgelegenheit
  21. CO2 Warner, Zwangsbelüftung 
  22. Holme und Hohlräume immer erreichbar für Kontrolle und Service
  23. Schränke und Fächer 
  24. Lagerplatz für Werkzeug und Ausrüstung
  25. Elektronische Wegfahrsperre + Mechanische Sicherungen

Die Modelauswahl:

Der Fiat Ducato X250 /X290 ist aus unserer Sicht, für unser Projekt am besten geeignet. Grund, es soll ein Bett zum Querschlafen eingebaut werden und da ich 181cm groß bin, fallen VW Crafter, Ford Transit und Mercedes Sprinter raus. Der Fiat Ducato misst zwischen den Blechen eine Innenbreite von fast 200cm. Hier bleibt auch nach üppiger Isolierung immer noch genug Platz, um ein Querschläferbett realisieren zu können.

Eine Option die wir bedacht haben, ist die Verbreiterungen für Querschläfer. Diese „Longslepper“ werden in die Seitenwand eingebaut und bringen gut 100mm zusätzliche Breite im Schlafbereich. 

Wir versuchen erst mal ohne diese auszukommen.

Auch die Raummaße des L5 H3 Models können sich sehen lassen. Die nutzbare Innenlänge beträgt gut 400cm und das bei einer Innenhöhe von 219cm. Wie gesagt das sind alles Maße ohne jegliche Einbauten.

Den Fiat Ducato gibt es in verschiedenen Leistungsklassen bis gut 180PS. Wir hatten Glück und konnten einen 3 Jahre jungen mit 150PS und geringer Laufleistung von 79000TKm erwerben. Diese Motoren haben, wenn Sie gut gefahren werden, eine Lebenserwartung von bis zu 400.000 Km.

Der 2,3 Liter Dieselmotor ist recht durchzugsstark und lässt sich mit seinen 6 Gängen überall gut fahren. Es wird ja nach Fertigstellung auf die 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zulaufen und da können ein paar PS mehr nicht schaden. Allerdings zeigt sich das auch im Verbrauch. Unser Model benötigt laut des eingebauten Bordcomputers gut 9,0 Liter auf 100Km. Und das auch bei längeren Überlandfahrten. Leider haben wir keine Angaben über die Tankgröße unseres Models, aber wenn er schön leer gefahren ist (Tankanzeige leuchtet ) passen gut 106 Liter rein.

Abholung und Zulassung:

Unseren Ducato haben wir bei einem Händler im Ruhrgebiet erworben. Unser Wagen wurde dort frisch durch den TÜV gebracht und uns Schüssel fertig übergeben.

Bei der Heimfahrt lernten wir genau auf der Autobahnauffahrt den Geschwindigkeitsbegrenzer kennen. Dieser war auf 78Km eingestellt, leider war nicht bekannt wo dieser eingestellt wird. Bis ich herausgefunden hatte wo dieser verstellt wird ( linker unterer Hebel am Lenkrad) wurden wir von vielen Lastenwagenfahren begrüßt :)

Zuhause angekommen stand die Ummeldung des Fahrzeugs an und so recherchierten wir im Internet wo und wann Zulassungstermine frei sind.

Es gab keine. Oder erst in 6 Wochen.

Die Lösung war ein Zulassungsdienst in unserer Gegend, der uns gegen ein für den Aufwand angemessenes Entgelt von ca. 25€ diese Arbeit abnahm. Ein Dienst den wir nur empfehlen können. Der Ducato ist jetzt zugelassen und bereit für die nächsten Schritte. 

Als nächtes vereinbarten wir einen Termin bei einer TÜV Prüfstelle, um mit dem für Wohnmobile zuständigen Sachverständigen die von uns geplanten Ein- und Umbauten anzusprechen. Einige Punkte waren der Einbau von Fenstern, entfernen von Streben und das Anforderungsprofil um später den LKW in in eine Wohnmobil umwandeln zukönnen.

Das Anforderungprofil ist Schlafplatz, Sitzgelegenheit, Fenster, Tisch, Kochmöglichkeit. 2 Fluchtmöglichkeiten (z.B. Hintertür und Seitentür, bzw Fahrerhaustüren ). Falls hier weitere Infos zu vorliegen, bitte kurz mitteilen dann Fügen wir das hier ein.

>> Im nächsten Beitrag berichten wir von der Reinigung des Fahrzeugs und einigen sinnvollen Konservierungsschritten.


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